Ludwig-Erhard-Lecture mit Mario Draghi
... und ein Essay-Wettbewerb zum 80. Geburtstag von Professor Hans Tietmeyer

Mario Draghi, EZB-Präsident, bei der Ludwig-Erhard-Lecture der INSMTiefgreifende Reformen zur mittelfristigen Stärkung des Wirtschaftswachstums in Europa forderte EZB-Präsident Mario Draghi am 15. Dezember bei der Ludwig-Erhard-Lecture der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft in Berlin. "Wir ... müssen unverzüglich die getroffenen Entscheidungen umsetzen, die die Eurozone wieder zurück auf ihren Kurs bringen", zitiert die Deutsche Presseagentur Redner Draghi weiter.

Die Ludwig-Erhard-Lecture der INSM gibt in loser Folge prominenten Referenten ein Forum, um über grundsätzliche politische Fragen zu sprechen. Sie fand aktuell zu Ehren des früheren Bundesbankpräsidenten Professor Hans Tietmeyer, Kuratoriumsvorsitzender der INSM, statt, der in diesem Jahr 80 Jahre alt geworden ist.

Unter Berufung auf Ludwig Erhard betonte Draghi, wie wichtig der EZB die Preisstabilität sei: „Die soziale Marktwirtschaft sei ohne eine konsequente Politik der Preisstabilität „nicht denkbar“ - so zitierte der EZB-Chef den früheren Kanzler und Bundeswirtschaftsminister. Diese Passage seiner auf Ludwig-Erhard-Lecture der INSM: Martin Kannegisser, Mario Draghi und Hans TietmeyerEnglisch gehaltenen Rede sprach er auf deutsch und fügte hinzu: Besser könne man diese Idee „heute nicht formulieren".

Auch Hans Tietmeyer berief sich in seinem Redebeitrag auf Erhard, in dessen Ministerium er seine Karriere als Hilfsreferent begonnen hatte. Der Vater des Wirtschaftswunders habe großen Wert auf die Unabhängigkeit der Zentralbank gelegt. Unter Anspielung auf ausstehende Reformen in Europa machte Tietmeyer deutlich: „Geldpolitik kann kein Ersatz für andere Politik sein." Die Politik in Europa forderte er auf, den Euro "langfristig stark und stabil" zu machen.

Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser, 1. stellvertretender Kuratoriumsvorsitzender der INSM, bekannte sich in seinem Eingangs-Statement klar zu Europa und dem Euro. Er forderte eine neue Stabilitätskultur in Europa, um das Vertrauen der Finanzmärkte zurück zu gewinnen. Ludwig-Erhard-Lecture der INSM: Redner Hans TietmeyerZitat Kannegiesser: „Die stabile Währung ist eine Grundvoraussetzung für ein solches freiheitliches System. Sie ist der Kern für den Frieden in einer Gesellschaft und gründet sich auf das vorbehaltlose Vertrauen der Menschen.“

Die Brüsseler Entscheidung „für eine Fiskalunion mit automatischen Sanktionen“, so Kannegiesser, „findet unseren uneingeschränkten Beifall“.

Die Veranstaltung fand in Anwesenheit des Bundesfinanzministers Wolfgang Schäuble statt.

Verfolgen sie die komplette Rede des EZB-Präsidenten Mario Draghi auf Youtube.

Essay-Wettbewerb als Geburtstagsgeschenk für Hans Tietmeyer

In Anerkennung seiner Arbeit für marktwirtschaftliche Reformen schenkt die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft ihrem Kuratoriumsvorsitzenden einen Essay-Wettbewerb, der in Kooperation mit dem ZEIT-Verlag ausgerichtet wird.

Ludwig-Erhard-Lecture der INSM: Mario Draghi und Bundesfinanzminister Wolfgang SchäubleStudenten und Studentinnen werden dabei ihre Gedanken zur Sozialen Marktwirtschaft niederschreiben. Was muss dieses Wirtschafts- und Sozialsystem heute leisten und vor welchen Herausforderungen wird dieses Land in Zukunft stehen? Eine prominente Jury unter Vorsitz von Professor Hans Tietmeyer wird die Gewinner des Wettbewerbs auswählen. 

Die Preise sind wie folgt gestaffelt:

1. Preis: 5000 Euro und eine Einladung zur ZEIT-Wirtschaftskonferenz 2012
2. Preis: 2000 Euro
3. Preis: 1000 Euro
4. – 7. Preis: Jeweils 500 Euro. Außerdem erhalten die ersten 50 Einsendungen ein Jahresabonnement der ZEIT.

Der Wettbewerb läuft seit dem 13. Dezember 2011. Teilnehmen können Studierende, die innerhalb eines Bachelor-, Master-, Diplom-, oder Magisterstudiums eingeschrieben sind oder einen vergleichbaren Abschluss anstreben. Der Bearbeitungszeitraum beträgt drei Monate, Einsendeschluss ist der 31. März 2012.

Weiter heißt es im Ausschreibungstext:

"Die Beiträge sollen die vorgegebene Fragestellung pointiert, geistreich und zugleich unbeschwert bearbeiten. Fußnoten sind nicht erforderlich. Es zählen vor allem die Entwicklung einer These vor dem Auge des Lesers sowie das Spinnen eines roten Fadens, der sich auch in der Überschrift wiederfinden sollte. Insgesamt sollte nicht die beschreibende Darstellung, sondern das Argument dominieren.

Am Beginn soll eine kurze maximal fünfzeilige Executive Summary stehen.
Textumfang: Maximal 5 Seiten mit 10.000 Anschlägen (ohne Leerzeichen), maximal 10 MB.